Martini - das optimistische Halberstadt-Magazin

ROSE

Was bleibt von einem Menschen, der sich selbst verleugnen muss, um zu überleben?

„ROSE“ führt mitten hinein in die Wirren des 30-jährigen Krieges – in ein abgeschiedenes Dorf, in dem Misstrauen und Enge den Alltag bestimmen. Als ein schweigsamer, gezeichneter Soldat auftaucht und Anspruch auf einen verlassenen Gutshof erhebt, gerät die fragile Ordnung ins Wanken.

Der Fremde sucht nicht nur ein neues Leben, sondern auch Anerkennung. Doch sein Weg ist gebaut auf einer Lüge: falscher Name, falsche Identität, ein verborgenes Geschlecht. Während die Dorfgemeinschaft ihn argwöhnisch beobachtet, treibt ihn sein Wille immer weiter – selbst hin zu einer arrangierten Ehe, die alles entscheiden könnte.

„ROSE“ erzählt die Geschichte einer Grenzgängerin zwischen den Rollen, zwischen Wahrheit und Täuschung – und stellt die Frage, wie weit ein Mensch gehen kann, wenn ihm die Welt keinen Platz lässt.

KOPFKINO – 5. Juli, 17 Uhr im Kinopark Zuckerfabrik

Foto: Piffl Medien

GELBE BRIEFE

Was passiert mit Menschen, die an ihren Überzeugungen festhalten, wenn ein Staat beginnt, jede Abweichung zu bestrafen?

„Gelbe Briefe“ begleitet ein Künstler-Ehepaar zwischen Hoffnung, Angst und zunehmender Isolation. Was mit dem Verlust ihrer Arbeit beginnt, entwickelt sich schleichend zu einem Leben im Ausnahmezustand. Unter dem Druck eines autoritären Systems geraten nicht nur ihre Existenzen ins Wanken, sondern auch ihre Beziehung und ihr Vertrauen in die Zukunft.

Getragen von den eindringlichen Darstellungen der türkischen Schauspielstars Özgü Namal und Tansu Biçer zeichnet İlker Çatak ein intensives Bild gesellschaftlicher Enge und politischer Willkür. Zwischen Ankara und Istanbul entfaltet sich ein hochaktuelles Drama über Anpassung, Widerstand und die Frage, welchen Preis Haltung haben kann.

Seine Weltpremiere feierte der Film im Wettbewerb der Internationale Filmfestspiele Berlin, wo er mit dem Goldenen Bären für den besten Film ausgezeichnet wurde.

KOPFKINO – 9. August, 17 Uhr im Kinopark Zuckerfabrik

Foto: Ella Knorz / Alamode Film

ALS WÄRE ES LEICHT

Kann Liebe entstehen, wenn die gewohnten Wege der Kommunikation wegfallen?

„Als wäre es leicht“ erzählt von zwei Menschen, deren Begegnung auf den ersten Blick unmöglich erscheint: Kati ist gehörlos, Florian blind. Und doch entsteht zwischen ihnen etwas, das sich nicht über Worte allein erklären lässt.

Kati hält die Welt mit ihrer Kamera fest, Florian erlebt sie über Klang und Sprache als Stadionkommentator beim FC St. Pauli. Als sie sich im Dialoghaus Hamburg begegnen, entwickelt sich zwischen ihnen eine Verbindung, die eigene Wege findet – getragen von Vertrauen, Nähe und dem Mut, sich aufeinander einzulassen.

Regisseur Milan Skrobanek inszeniert in seinem Spielfilmdebüt eine berührende Geschichte über Liebe jenseits gesellschaftlicher Erwartungen. Besonders authentisch wirkt der Film durch seine Besetzung: Cindy Klink und David Knors bringen ihre eigenen Erfahrungen in die Hauptrollen ein und verleihen der Geschichte große Glaubwürdigkeit und emotionale Tiefe.

KOPFKINO – 6. September, 17 Uhr im Kinopark Zuckerfabrik

Foto: Port au Prince Pictures / Curly Pictures