Martini - das optimistische Halberstadt-Magazin

SIE GLAUBEN AN ENGEL, HERR DROWAK?

Was passiert, wenn unerschütterlicher Optimismus auf einen Menschen trifft, der mit allem abgeschlossen hat?
"Sie glauben an Engel, Herr Drowak?" erzählt genau davon – ohne falsche Wärme, aber mit Nachdruck.

Lena glaubt an das Gute. Drowak an gar nichts mehr. Als sie ihn zum Schreiben bringt, öffnet sich ein Raum, den er jahrelang verriegelt hat – und mit ihm eine Vergangenheit, die weh tut. Der Film tastet sich beharrlich an Schuld, Erinnerung und die Frage heran, ob Vergebung möglich ist, wenn man sie selbst nicht mehr erwartet.

Nicolas Steiner inszeniert diese Begegnung als leise, bildstarke Tragikomödie mit starkem Ensemble und Figuren, die nicht gefallen, sondern ernst genommen werden wollen.

KOPFKINO – 10. Mai, 17 Uhr im Kinopark Zuckerfabrik.

Bild: Ziegler Film Baden-Baden/X-Verleih

LOLITA LESEN IN TEHERAN

Wie schafft man sich Freiräume, wenn ein ganzes System darauf ausgelegt ist, sie zu verhindern?

Im Teheran der 1990er-Jahre beginnt Azar Nafisi etwas, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt – und doch hochriskant ist: Sie lädt ausgewählte Studentinnen zu sich nach Hause ein, um gemeinsam Literatur zu lesen, die im öffentlichen Leben keinen Platz mehr haben darf.

Abgeschirmt von der Außenwelt entstehen Gespräche über Sehnsucht, Selbstbestimmung und die eigene Rolle in einer Gesellschaft, die klare Grenzen zieht. Die Texte von Vladimir Nabokov, F. Scott Fitzgerald, Henry James und Jane Austen werden dabei zum Spiegel der eigenen Lebensrealität – und zum Ausgangspunkt für leisen Widerstand.

Unter der Regie von Eran Riklis entfaltet sich ein sensibles Porträt über innere Freiheit unter äußeren Zwängen – und darüber, welche Kraft Worte entfalten können, wenn sie gehört werden.

KOPFKINO – 7. Juni, 17 Uhr im Kinopark Zuckerfabrik

Foto: Marie Gioanni / Weltkino Filmverleih

ROSE

Was bleibt von einem Menschen, der sich selbst verleugnen muss, um zu überleben?

„ROSE“ führt mitten hinein in die Wirren des 30-jährigen Krieges – in ein abgeschiedenes Dorf, in dem Misstrauen und Enge den Alltag bestimmen. Als ein schweigsamer, gezeichneter Soldat auftaucht und Anspruch auf einen verlassenen Gutshof erhebt, gerät die fragile Ordnung ins Wanken.

Der Fremde sucht nicht nur ein neues Leben, sondern auch Anerkennung. Doch sein Weg ist gebaut auf einer Lüge: falscher Name, falsche Identität, ein verborgenes Geschlecht. Während die Dorfgemeinschaft ihn argwöhnisch beobachtet, treibt ihn sein Wille immer weiter – selbst hin zu einer arrangierten Ehe, die alles entscheiden könnte.

„ROSE“ erzählt die Geschichte einer Grenzgängerin zwischen den Rollen, zwischen Wahrheit und Täuschung – und stellt die Frage, wie weit ein Mensch gehen kann, wenn ihm die Welt keinen Platz lässt.

KOPFKINO – 5. Juli, 17 Uhr im Kinopark Zuckerfabrik

Foto: Piffl Medien